Agenturen & New Work: Mut zu neuen Modellen

Wochenendarbeit in heißen Projektphasen oder bis Mitternacht am perfekten Pitch basteln? Anwesenheitspflicht und maximal zwei Wochen Urlaub am Stück? Was in vielen Agenturen bislang als branchentypisch galt, ist im Umbruch. Und auch bei zahlreichen Dienstleistern anderer Branchen hat ein Umdenken begonnen.

innovatives junges team

Egal ob Agentur, IT-Firma oder Consultant: Die Generation Z startet mit anderen Ansprüchen in die Arbeitswelt. Eine steile Karriereleiter hat ihren Stellenwert bei vielen jungen Berufseinsteigern verloren, im Gegenzug wird eine gute Work-Life-Balance wichtiger.

Immer mehr Agenturen gehen auf der Suche nach den besten Talenten mit Pioniergeist und neuen, attraktiven Arbeitszeitmodellen voran – weg von starrer Vollzeit hin zu persönlichen Gestaltungsfreiräumen.

Workaholics waren gestern: Die Erwartungen der Generation Z

Groß sind die Versprechungen von New Work: Freiheit durch flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, weniger Kontrolle, raus aus dem Hamsterrad. Nicht nur Agenturen befinden sich deshalb im Spagat zwischen den Erwartungen ihrer Kunden und den Träumen ihrer Mitarbeiter vom Klischee des „Digital Native", der am Sandstrand unter Palmen mit dem Notebook auf den Knien arbeitet.

Fakt ist: Obstkorb und Tischkicker reichen meist nicht mehr aus, um den Ansprüchen des Nachwuchses gerecht zu werden. Doch was will die Generation Z eigentlich genau? Sie ist in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Kinder stärker im Mittelpunkt standen, mehr gelobt und gefördert und früh in wichtige Entscheidungen einbezogen wurden.

Das Ergebnis ist eine Generation, die selbstbewusster ist als jede zuvor. Auch der Wertekodex hat sich gewandelt: Freizeit ist wichtiger als Karriere, Familie hat einen höheren Stellenwert als der Firmenwagen, gewünscht wird Spaß am Beruf statt einer Wow-Position auf der Visitenkarte. Was nicht bedeutet, dass die Generation Z weniger Leistungswillen zeigt – aber die Mittel zur Motivation sind andere. Dabei geht es meist gar nicht um Strand und Palmen, sondern um viel alltagsnähere Wünsche: Ein mitarbeiterorientiertes Arbeitsumfeld, das ausreichend Freiraum für Selbstbestimmung und Privatleben gibt und ein Arbeitgeber, der die körperliche und mentale Gesundheit seiner Mitarbeiter wertschätzt.

 

New Work in der Agentur-Praxis

Soweit die Theorie. Aber kann der Ruf nach flexiblem Arbeiten wirklich mit dem Agenturalltag harmonieren? Intensive Pitch- und heiße Projektphasen sowie knappe Budgets gehören nun mal zum Agenturleben wie Unmengen von Kaffee und Termindruck. Aber Agenturen sind naturgemäß nah am Zeitgeist, so dass auch beim Thema New Work viele Agenturmanager zu den Thought Leadern der deutschen Wirtschaft zählen. Immer mehr Agenturen lösen sich von tradierten Arbeitsmodellen und testen innovative Lösungen. Das können räumliche Alternativen wie Homeoffice sein oder Teilzeitmodelle oder moderne Organisationsstrukturen, beispielsweise mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Freelancer-Netzwerken.

  • Die Agenturgruppe Serviceplan beispielsweise bietet inzwischen flexible Arbeitszeitmodelle für ihre Mitarbeiter an, um die persönliche Arbeitszeit besser an die verschiedenen Lebensphasen anpassen zu können. Das Arbeiten im Mobile Office wird ebenso unterstützt wie Sabbaticals.

  • Die Agentur For Sale Digital berichtete kürzlich im Fachmagazin w&v, dass ein Viertel ihrer Mitarbeiter in Teilzeitmodellen arbeitet – mindestens 20 Stunden verteilt auf mindestens drei Tage pro Woche.

  • Das Experiment der IT-Agentur Digital Enabler geht noch weiter: Das Unternehmen testet den 5-Stunden-Tag bei voller Bezahlung.

  • Bei IXDS, einer Berliner Design- und Innovationsagentur, arbeiten alle Mitarbeiter eine 32-Stunden-Woche und können sich einen Tag ihrer Wahl freinehmen – hier verdienen die Mitarbeiter zwar entsprechend weniger, was der Attraktivität des Modells nach Angaben der Agentur aber keinen Abbruch tut.

  • Ein weiteres spannendes Modell: Bei der Agentur elbdudler werden die Geschäftsführer demokratisch gewählt und sowohl die Ein- und Ausgaben des Unternehmens als auch das Gehalt aller Kollegen sind voll transparent. Arbeitszeiten und Arbeitsort sowie die Anzahl der Urlaubstage werden in Eigenverantwortung festgelegt.
 

New Work – alles easy?

Die Möglichkeiten und Varianten von New Work sind also vielfältig. Doch die Umsetzung neuer Arbeitsmodelle stellt hohe Anforderungen, sowohl an die Teams als auch an die Führungskräfte. Nicht jede Idee erweist sich als alltagstauglich und nicht immer läuft alles auf Anhieb rund. New Work ist weit mehr als ein Home-Office-Tag pro Monat oder ein gemeinsames Whiteboard mit bunten Zetteln. Organisatorische Abläufe werden aufgebrochen und eigenverantwortliches Arbeiten erfordert ein neues Mindset – vom Praktikanten bis zur Managementebene.

Und bei aller Begeisterung bringt die schöne neue Arbeitswelt auch Risiken mit sich: Einige Arbeitswissenschaftler warnen vor einem Mangel an sozialer Interaktion und verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit – wenn beispielsweise in Folge der Einführung des 5-Stunden-Tags Plauderpausen in der Teeküche aus Effizienzgründen untersagt werden. Wenn das Homeoffice statt zu einer besseren Work-Life-Balance zur 24/7-Erreichbarkeit führt. Oder wenn der Teamgeist virtueller Teams durch den fehlenden persönlichen Austausch leidet. Hier sind Personalverantwortliche gefragt, die den Fortschritt der Transformation mit einer sensiblen Wahrnehmung für Fehlentwicklungen regelmäßig hinterfragen und rechtzeitig gegensteuern.

Auch für den Arbeitgeber bedeutetet New Work meist mehr Organisations- und Steuerungsaufwand. Unter anderem erfordert eine höhere Teilzeitquote die Vergrößerung des Mitarbeiter- oder Freelancer-Pools mit variablen Arbeitszeitmodellen, was die Komplexität des Projektmanagements deutlich erhöht.

 

Erfolgsfaktor Ressourcenmanagement

Verschiedene positive Beispiele zeigen, dass New Work in Agenturen funktionieren kann. Neben Vertrauen und einer modernen Unternehmenskultur zählt ein transparentes und effektives Ressourcenmanagement zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren: Je mehr Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Arbeitszeitmodellen und wechselnden Arbeitsorten zusammenarbeiten, desto anspruchsvoller wird das Projektmanagement.

Hier leistet eine moderne Unternehmenssoftware wie PROAD wertvolle Unterstützung für Dienstleister:

 
  • Einfache und variable Zeiterfassungstools
  • Ortsunabhängiger Zugriff über mobile Apps 
 
  • Leistungsfähige Projektsteuerung mit intuitivem Aufgabenmanager
  • Integriertes Webkonferenz-Tool für verteilt arbeitende Teams
 
  • Social Widgets für mehr Teamspirit - auch für remote arbeitende Mitarbeiter

Fazit

Die Auseinandersetzung mit New Work ist kein Luxus, sondern eine zwingende Notwendigkeit im War of Talents. Ob Remote, familienfreundliche Teilzeit, flachere Hierarchien, Open Space, Jobsharing oder Co-Working: HR-Verantwortliche müssen sich etwas einfallen lassen, um Arbeit neu zu denken und anders zu organisieren – und dabei gleichzeitig ihre Wirtschaftlichkeit zu wahren.

Das Thema ist bei Agenturen und Dienstleistern angekommen und viele arbeiten bereits daran, ihr Unternehmen noch mitarbeiterorientierter zu gestalten. „Das" Erfolgsrezept gibt es nicht – doch New Work bietet zahlreiche Möglichkeiten mit spannenden Chancen für die Arbeitswelt der Zukunft.

 

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