Youngster Talk: Julian Neumann von mediascale

Es müssen nicht immer die Agenturchefs sein – wir befragen einfach mal die jüngeren Mitarbeiter in Agenturen in unserer Rubrik „Youngster Talk". Denn die Agenturbranche hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, z.B. Überstunden und schlechter Bezahlung. Warum entscheiden sich junge Menschen trotzdem dafür, in eine Agentur zu gehen? Heute im Talk: Julian Neumann, Digital Media Planner & Consultant bei mediascale.

Julian Neumann mediascale

Julian Neumann, Digital Media Planner & Consultant bei mediascale.

1. Was wolltest du (beruflich) vor zehn Jahren werden und warum?
Damals war ich 16 Jahre alt und habe ein Austauschjahr in Thailand verbracht. Den Kontakt mit anderen Kulturen und Ländern fand ich damals sehr spannend, vor allem, weil ich viele positive Erlebnisse mit anderen Austauschschülern aus anderen Ländern hatte. Daher konnte ich es mir damals gut vorstellen, als Koordinator in einer Austauschorganisation für das Knüpfen internationaler Kontakte verantwortlich zu sein.


2. Wer war der persönliche Held deiner Kindheit?
Ganz klar Dagobert Duck. Was gibt es besseres, als in seinem eigenen Geldspeicher zu schwimmen? Jeglichen Kommentar bzgl. meiner schwäbischen Herkunft verbiete ich mir an dieser Stelle.


3. Wie bist du in der Agenturbranche gelandet – ganz zielgerichtet oder als Quereinsteiger?
Tatsächlich war mir seit der Oberstufe klar, dass mich auf lange Hand nichts am Marketing vorbeiführt. In der Realität gestaltet es sich aber schwierig, ohne Berufserfahrung an die begehrten Stellen zu kommen. So bin ich erst über den Umweg einer orangenen Autovermietung bei der mediascale gelandet.


4. Wie sieht für dich der perfekte Start in den Tag aus?
An einem perfekten Tag komme ich an einem sonnigen Tag in die Agentur geradelt, falls es regnet kommt die U- Bahn optimalerweise wenn ich gerade die Treppen zur Station herunterlaufe, aber ich bin auch schon zufrieden wenn überhaupt mal eine Bahn kommt und mich zur Arbeit bringt. Egal wie ich zur Agentur komme – Müsli und Kaffee müssen vor mir stehen, dann kann der Tag eigentlich gar nicht so schlecht werden.


5. Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du wirklich?
Ja es ist tatsächlich so und nein, mein Chef zwingt mich nicht das zu schreiben: Ich arbeite meistens nicht über 40h. Es kommt zwar vor, dass man länger sitzen muss, aber die Fälle sind überschaubar. Und falls es so ist, hat man einen wichtigen Grund. Und freitags ist sowieso um 16:30 Schluss :)

 

6. Schon mal Stress mit deinem Freund/Freundin gehabt, weil du zu viel arbeitest?
Ja, aber das war in einem anderen Job.


7. Homeoffice – ja oder nein?
Eher nein. Aufgrund der Tätigkeit als Kundenberater ist der direkte Austausch mit dem Team richtig und wichtig. Zuhause und über Telefon ist das nur bedingt abbildbar. Aber keine Sorge: Sollte sich mal der Heizungsmann zur Abnahme melden oder ein Arztbesuch anstehen, hat man hierfür immer eine kulante Regelung gefunden, mit der man nicht bis um Mitternacht nacharbeiten muss.


8. Welche (verborgenen) Talente benötigt man aus deiner Sicht für den Agenturalltag?
Du solltest nicht nur gute Uni-Noten mitbringen, sondern vor allem viel Sozialkompetenz. Eine Agentur ist ein Vermittler von Leistungen, daher musst du dich sowohl gut mit dem Kunden auf der Abnahmeseite verstehen als auch einen guten Draht zu den Dienstleistern auf der Anbieterseite haben. Nicht zuletzt freuen sich auch die Kollegen im Büro über einen lockeren Umgangston, auch mal in stressigeren Zeiten.


9. Mit wem würdest du gerne mal ein Feierabend-Bierchen trinken?
Natürlich mit all meinen Vorgesetzten, die diesen Artikel Korrektur lesen. Spaß beiseite, bei uns trifft man sich vor allem in der Sommerzeit zu verschiedenen Anlässen zum Bierchen.


10. Wie sorgst du für deine persönliche Work-Life-Balance?
München ist der perfekte Ort um Sport zu treiben, sich mit Freunden an der Isar zu treffen oder am Wochenende in die Berge zu verabschieden. Dadurch halte ich meine Balance.


11. Kennst du einen guten (Agentur-)Witz?
In der Agentur gibt's nichts zu lachen. ;)


12. Welcher Schreibtisch-Typ bist du? Minimalist oder eher der kreative Chaos-Typ?
Eigentlich der Minimalist. Aber keiner in Perfektion. Aktuell stehen zwei Kaffeetassen auf meinem Tisch und diverse Post-ist. Welchen Hintergrund hat diese Frage nochmal?


13. Wie organisierst du deinen Agentur-Alltag und behältst den Überblick über deine Projekte?
Ich nutze das Online-Tool Wunderlist. Sollte mir abends spontan ein To-Do einfallen, schreibe ich es mir auf und muss nicht mehr daran denken. Sehr empfehlenswert!


14. Was würdest du in einem Sabbatical machen?
Ein Jahr Neuseeland. Eigentlich ein Klassiker :). Alternativ würde ich mir gern eine renovierungsbedürftige Wohnung anschaffen und diese nach meinen eigenen Vorstellungen ausbauen. Aber ob sich das in München jemals machen lässt, ist die große Frage.


15. Was würdest du als erstes machen, wenn du Chef der Agentur in der du gerade bist, wärst?
Einen Bierkühlschrank aufstellen. Ansonsten steuern wir – meines Gefühls nach – in die richtige Richtung.


16. Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Das kann ich aktuell schlecht sagen. Der klassische Weg führt beruflich von Agentur auf Kundenseite. Momentan arbeite ich seit über einem Jahr bei der mediascale und habe bislang keine absehbaren Pläne, der digitalen Mediaplanung den Rücken zu kehren. Allerdings wird sich der Job als Mediaplaner in absehbarer Zeit grundlegend ändern: Der Trend geht immer mehr zum Programmatic Advertising mit automatisierten Bidding Tools. Das wird die Planer-Landschaft sicherlich grundlegend verändern. Aber aktuell gibt's in der Online Mediaplanung viele interessante Dinge zu lernen, die ich persönlich sehr spannend finde.


17. Und zu guter Letzt: Deine all time-Lieblingswerbekampagne?
Der Coca-Cola Weihnachtstruck.

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