Reden wir über Erfolg: Klaudius Nowak, Geschäftsführer redpinata Film- und Medienproduktion

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg" interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Klaudius Nowak, Geschäftsführer redpinata Film- und Medienproduktion.

Klaudius Nowak - redpinata

Klaudius Nowak, Geschäftsführer redpinata Film- und Medienproduktion

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?
Agenturen sind unsere Kunden, wir selbst sind Videocontent-Produzenten. Daher ist meine Meinung eher einem Blick von „Außen". Einen erfolgreichen Agenturmanager zeichnet das Geschick aus, neue Trends und Umsetzungsmöglichkeiten in sein Team zu bringen. Er schafft es, seine Kreativen anzutreiben und die künstlerische Ader Richtung maximalen Kundennutzen auszurichten. Sicher kein einfacher Job.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben. Wenn ja: Wer und wie?
Seid wir mit redpinata die ersten Filme gedreht haben, gab es viele Menschen, Unternehmer und insbesondere Mitarbeiter, die mich inspiriert und angetrieben haben. Ich gewinne viel Inspiration von Marketinggrößen (z.B. Gary Vaynerchuk, VAYNERMEDIA), die mit ihren Personenmarken das Ziel des eigenen Unternehmens verkörpern. Die größte Prägung erlebe ich aber durch mein direktes Umfeld und dafür ist unsere Branche der perfekte, bunte Blumenstrauß an Charaktertypen und Qualifikationen, die zusammenkommen um gemeinsam großartige Produktionen auf die Beine zu stellen. Love It! :)

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?
Empathie =). Schnell festzustellen, ob Menschen Leidenschaft für ihre Arbeit besitzen und Reaktionen bei Präsentationen richtig einzuschätzen, hilft oft, um die richtigen Partner, Kunden, Projekte und Mitarbeiter zu finden.

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?
Eine Geschichte lässt mich tatsächlich bis heute grübeln.
In unserer Gründungszeit haben wir für einen bekannten deutschen Musiker ein Musikvideo gedreht, das es wirklich in sich hatte. Der Einsatz an Technik und die Art der Umsetzung war bahnbrechend und sehr innovativ. 40 Leute arbeiteten mit uns mehr oder weniger auf „Referenzbasis" an dem Projekt (da in Musikvideos ja bekanntlich nicht besonders viel Budget steckt) und haben über mehrere Wochen das komplexe Video realisiert.
Als ich das Video zur Zwischenabnahme präsentierte – kam ein Feedback mit dem niemand gerechnet hat. Ich erhielt einen Anruf vom Manager der mir erklärte, dass der Musiker das Video auf keinen Fall veröffentlichen wird, da er sich nicht mit seiner Rolle identifizieren kann.
Dazu muss man wissen, dass einer Produktion viele Gespräche, Story- und Moodboards vorangehen und der Musiker das Konzept genauso vor Augen haben sollte. Ich war dermaßen überrascht, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Wir hatten also ein sehr gutes, sehenswertes Video, ein Team das sich ohne finanzielle Hintergedanken reingehängt hat und ein Musiker der sich mit unserem Handwerk nicht identifizieren konnte.
Der Musiker erklärte mir Wochen später, dass er mal sehr schlechte Erfahrungen mit einem gewagten Schritt gemacht hat und daher lieber in seinem „abgesteckten Rahmen" agiert.
Heute muss man sich im „Online Marketing" immer mehr trauen, um zu begeistern oder zu unterhalten. Ich kann aus dieser Erfahrung eine sinnvolle Beziehung zwischen gewagten Schritten und der lange erarbeiteten Markenidentität für mich ableiten. Unsere Kunden profitieren davon. Daher: Danke Mr. X – du hast mir geholfen ;).
BTW Das Video wurde dann doch für die Tour genutzt und erntete unfassbar positive Resonanz. Das Album belegt Platz 1 der deutschen Album Charts.

5.) Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?
Wir arbeiten in „agilen Workflows" daher gibt es keine Rückschläge, nur Veränderungen, an die man sich anpassen kann/muss. Wir lernen aus Rückschlägen und nutzen die Erfahrung für den nächsten Schritt.

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?
Unser wunderbares Team und die Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken, um ihre Kommunikationsziele zu erreichen.

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?
:) Eine Menge. Aber um es kurz zu machen: Die Zeit die man mit seiner Familie hat, mit voller Aufmerksamkeit zu verbringen. Die Zeit im Job weiterhin so produktiv zu gestalten, dass man vergisst, dass es überhaupt Arbeit ist :).

8.) Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?
Motivation fühlt sich meistens natürlich für mich an und wenn es mal nicht so ist, sind meine guten Freunde auch meine Geschäftspartner. Wir schaffen es ganz gut, das Motivationslevel hoch zu halten! ;)

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?
Wir wissen was wir können und korrigieren unseren Kurs an die Anforderungen des Marktes ohne unsere DNA zu vergessen. Wir suchen das richtige Team, den optimalen Prozess für unsere Kunden und optimieren, optimieren und optimieren. Den Rest macht PROAD :p

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?
Wir arbeiten in vielen Bereichen nach dem „Eisenhower-Prinzip" und räumen unseren Mitarbeitern bewusst Zeiten ein, in denen sie an „wichtigen und nicht dringenden Aufgaben" arbeiten können. Dringende Aufgaben verdrängen sonst oft die wichtigen Aufgaben die unsere Kunden und uns langfristig voran bringen.

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?
Penibler Organisator.

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?
Ich erwische mich gerne dabei, dass ich den Dingen, die ich privat gerne unternehme mit einem Zeitstempel und einer Laufzeit versehe – und anschließend meinen Fortschritt bewerte. Bsp. Ukulele spielen lernen = 21Tage, Täglich 30 Minuten = Ergebnis: 3 neue Songs gelernt. Netflix-Entzug: 21Tage. Ein privates Work-Life-Balance-Konto.

Kommentar schreiben

Bitte füllen Sie alle mit (*) gekennzeichneten Felder aus. Vielen Dank.
« zurück