Pro-Kopf-Umsatz der größten inhabergeführten Agenturen sinkt

Die Liste des Agenturrankings der größten inhabergeführten Agenturen Deutschlands ist gerade erschienen. Sie gilt als DAS Barometer der networkunabhängigen Agenturlandschaft und wird in Zusammenarbeit der beiden Fachmedien W&V und Horizont herausgebracht, W&V übernimmt hierbei die Datenauswertung. Doch anstatt sich nur auf das reine Unternehmenswachstum zu konzentrieren, werfen wir mal einen Blick auf den Pro-Kopf-Umsatz. Und er ist, so unsere Auswertung, im Vergleich zu 2015 gesunken. Was bedeutet das für die Mitarbeiter und eigenen Agenturstrukturen?

Stefan Dörrstein

Stefan Dörrstein, Gründer und Vorstandsvorsitzender der J+D Software AG

Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

Auf dem Siegertreppchen bei der Umsatzauswertung stehen 2016 dieselben Agenturen wie im Vorjahr: Branchenprimus bleibt mit weitem Abstand die Serviceplan-Gruppe. Sie ist mit mehr als 40 Spezialagenturen Deutschlands größte inhabergeführte Agentur. Im Umsatz konnte der Agenturriese noch einmal deutlich zulegen und festigte mit einem Zuwachs von knapp zwölf Prozent seine unangefochtene Spitzenposition (279,5 Mio €/ Gross Income 2016). Der Zweitplatzierte, Jung von Matt, hat auch durch den Verlust des Mercedes-Etats fast zehn Prozent seines Umsatzes (69,9 Mio €) eingebüßt. Drittplatzierter bleibt die Media Consulta (56,6 Mio €). Auch jenseits der Top 3 gibt es innerhalb der ersten zehn Plätze wenig Bewegung, die meisten Agenturen konnten ihre Position halten.

Wirft man einen Blick auf den Gesamtumsatz aller Agenturen, erzielten die 50 Besten im Durchschnitt ein Plus von 6,4 Prozent. Das sind beeindruckende Zahlen, doch eine Frage fällt dabei etwas unter den Tisch? Wie sieht es eigentlich mit der Entwicklung des Pro-Kopf-Umsatzes aus? Dieser wird zwar bei der Auswertung mit angegeben, spielt aber bei der Interpretation der Liste keine weitere Rolle.

Agenturen müssen sich besser organisieren

Dabei ist sowohl für die Agenturen selbst als auch für die Mitarbeiter ein ausgewogener Pro-Kopf-Umsatz ein zentraler Faktor in der ökonomischen Entwicklung der Unternehmen. Wir haben uns deshalb die Liste unter diesem Gesichtspunkt noch einmal vorgenommen und den Pro-Kopf-Umsatz von diesem mit dem vergangenen Jahr verglichen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt ist der Pro-Kopf-Umsatz aller Agenturen um 1 Prozent gesunken. Knapp die Hälfte der aufgeführten Agenturen (22) verzeichnete ein Minus beim Pro-Kopf-Umsatz (im Durchschnitt 111360 €). Bei 16 Agenturen ist er gestiegen, bei den übrigen liegen keine Vergleichswerte vor. Serviceplan ist mit 129.000 € pro Mitarbeiter auch in dieser "Kategorie" überdurchschnittlich gut und konnte seinen Pro-Kopf-Umsatz um über sechs Prozent steigern. Den mit Abstand höchsten Wert weist die Mönchengladbacher Agentur Lach mit 427.000 € aus. Am anderen Ende des Rankings liegt die Wiesbadener Agentur UGW mit 70.000 €.

Über 350.000 € Differenz beim Pro-Kopf-Umsatz? Das wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten, zeigt das Ranking doch deutlich: „Agenturen - ja sogar die ganz großen - brauchen generell mehr Struktur. Die Anforderungen an die Mitarbeiter wachsen jeden Tag und der Wettbewerb nimmt weiter zu. Um diesem Druck standhalten zu können, muss man alle To-dos und Projekte im Griff haben und perfekt organisiert sein. Eine Agentursoftware ist da fast unumgänglich, damit sich Mitarbeiter wieder vermehrt um ihre Kernkompetenzen kümmern können", sagt Stefan Dörrstein, Gründer und Vorstandsvorsitzender der J+D Software AG.

Das gesamte Ranking können Sie entweder in der aktuellen W&V oder in der heutigen Ausgabe der Horizont lesen.

Kommentar schreiben

Bitte füllen Sie alle mit (*) gekennzeichneten Felder aus. Vielen Dank.
« zurück