Reden wir über Erfolg: Peter Grandl, Geschäftsführer der Proxenos GmbH

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Peter Grandl, Geschäftsführer der Proxenos GmbH.

Peter Grandl, Geschäftsführer der Proxenos GmbH

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

In meinem Fall der Rollenwechsel. Eine Fünf-Mann-Agentur muss anders geführt werden als ein Unternehmen mit 40 oder mehr Mitarbeitern. Die Dezentralisierung von Entscheidungsprozessen war zumindest für mich eine Herausforderung. Hinzu kommt immer wieder der Spagat zwischen Wohlfühlagentur (wir bieten unseren Mitarbeitern enorm viele Zusatzleistungen und Freiheiten) und Effizienz. Unser größtes Problem ist auch unsere größte Stärke: Mitarbeiter, die wir von der Pike auf selbst ausgebildet haben, die leider aber nie den harten Alltag in einer großen Netzwerkagentur kennengelernt haben.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben. Wenn ja: Wer und wie?

Mein Kompagnon Günther Sonderwald war lange Jahre mein Chef, bevor wir gemeinsam beschlossen eine Agentur zu gründen. Sein Führungsstil, aber auch sein Mut zum Risiko hat mich nachhaltig beeindruckt und sicher in den 25 Jahren unserer Zusammenarbeit auch verändert.

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?

Begeisterung übertragen zu können.

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Als ich in der ersten großen Wachstumsphase der Agentur jeden Job um jeden Preis gewinnen wollte. Heute sagen wir als Agentur auch öfters einmal „Nein“.

5.) Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?

Ich bin der Knabber-Typ.

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Klischee aus einer OSCAR-Verleihungsrede: „Ich danke meiner Frau, dass sie mich immer wieder aufrichtet und mir den Rückhalt gibt, den ich ab und zu bitter nötig habe“. That‘s it.

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Privat: Ich schreibe an einem Roman der fertig werden soll. Zu lesen hier.

Beruflich: In der Führungsebene übernimmt soeben die „Zweite Generation“. Wäre toll, wenn das gelingt.

8.) Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?

Das Alter bringt die Gabe mit sich, mehr zuzuhören und weniger vorzugeben. Ich glaube, ich bin inzwischen ein sehr guter Zuhörer geworden und genieße es, hin und wieder um Rat gefragt zu werden oder korrigierend eingreifen zu dürfen.

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Ich persönlich sehe mich als Führungspersönlichkeit der „alten Schule“. Endlose, demokratische Prozesse liegen mir nicht. Man kann alles diskutieren und unterschiedlicher Meinung sein, aber am Ende muss es mutige Entscheider geben, die auch Verantwortung übernehmen. Wir sind froh, in jeder unserer Units genau solche Köpfe zu haben, die Teamwork schätzen, aber zu einem geeigneten Zeitpunkt auch einen Schlussstrich ziehen können.

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Ich bin für den operativen Teil der Agentur verantwortlich, mein Kompagnon für den wirtschaftlichen Bereich. Er ist derjenige, der in der Welt der Zahlen und Statistiken zu Hause ist, der Projekte analysiert und Prozesse optimiert. Effizienz wird bei uns sehr groß geschrieben. Wenn Mitarbeiter oder Abteilungen Nachtschichten einlegen, dann läuft bereits etwas schief. Mein Credo: Schaut, dass ihr vor dem Chef heimgeht – und der geht in der Regel um 18 Uhr ;-)

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

Klare Antwort: Penibler Organisator. Anders wären meine vielseitigen Interessen und Aufgaben alle gar nicht machbar. Neben meiner Tätigkeit bei Proxenos bin ich noch Chefredakteur des größten Musiker-Magazins in Deutschland Amazona.de (mit 5 Redakteuren und 60 Autoren) – und dazu kommen noch zahlreiche private Aktivitäten.

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?

Zeitmanagement im Privatleben? Oh nein... privat lasse ich mich eher treiben.

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