Reden wir über Erfolg: Hannes Fischer, Geschäftsführer der Schwarz & Bold GmbH

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Hannes Fischer, Geschäftsführer der Schwarz & Bold GmbH.

Hannes Fischer, Geschäftsführer der Schwarz & Bold GmbH

Hannes Fischer, Geschäftsführer der Schwarz & Bold GmbH

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

Drei Dinge: erstens die relevanten Themen zu erkennen und zu kennen, zweitens seine Kunden ehrlich zu beraten und drittens seine Mitarbeiter zu führen und zu qualifizieren.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben. Wenn ja: Wer und wie?

Ich habe sehr viel von Carsten Timmering, dem damaligen Marketingleiter von STADA, gelernt. Er hat sehr viel Wert auf Klarheit, Ehrlichkeit und Transparenz gelegt und damit bin ich sehr gut gefahren. Ansonsten hole ich meine Anregungen eher außerhalb der Branche.

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?

Meine Bequemlichkeit und meine Ehrlichkeit. Bequemlichkeit, weil ich an mir selbst sehen kann, wie gut ein Thema oder eine Kampagne sein muss, damit sie sogar mich aktiviert. Meine Ehrlichkeit, weil ich damit zwar nicht jeden Kunden gewinne, aber keinen Kunden enttäusche.

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Aus dem Launch meines eigenen Wartezimmer-Magazins „Doktors bestes“, das mit einer verkauften Auflage von 120.000 gestartet ist, aber hoffnungslos falsch finanziert war. Heute weiß ich, dass ich da ehrlicher zu mir selbst hätte sein müssen. Außerdem habe ich gelernt, dass man ein solches Projekt binnen weniger Wochen stemmen kann.

5.) Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?

Schnell vergessen und weiter – das Leben wird vorwärts gelebt.

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Lavazza Caffè Crema Dolce.

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Ich arbeite nicht mit Zielen für ein Jahr. Ein solcher Zeitraum ist für mich zu lange und birgt zu viele Unwägbarkeiten. Ich arbeite mich schrittweise voran und justiere mich neu, je nachdem wie die Gegebenheiten sind. In Zeiten von Instant Messaging über ein Jahr planen zu wollen ist aus meiner Sicht ein Anachronismus.

8.) Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?

Ist mit der Antwort zu Frage 7 obsolet.

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Meine Mitarbeiter haben ein extrem hohes Maß an Eigenverantwortung. Das ist einer der ersten Sätze, die jeder in einem Bewerbungsgespräch von mir hört. Jeder muss sich selbst organisieren und ist vom ersten Tag an für seine Kunden verantwortlich. Er hat Zugriff auf alle Ressourcen der Agentur, wenn er sie braucht.

Ansonsten haben wir keine Hierarchien und stellen uns flexibel inhouse oder mit Freien so auf, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden perfekt erfüllen. Dabei hat aber der Accountmanager immer den Lead, weil er die meisten Informationen hat. Ich halte mich beratend im Hintergrund oder helfe auf Abruf.

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Wir arbeiten mit einer Agentursoftware um den Überblick zu behalten und eine gemeinsame Datenbasis zu haben. Für mich selbst führe ich außerdem zwei Excel-Listen mit den für mich relevanten Daten.

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

Ich würde sagen: zwangsorganisierter Chaot. Eine Agentur unserer Größe lässt sich auf die chaotische Art, die mir liegt, nicht leiten. Also habe ich nur Mitarbeiter, die in die Kategorie penible Organisatoren fallen und mich an alles Mögliche ständig erinnern. Ergänzend habe ich mir das Pomodoro-Prinzip angewöhnt, also zeitlich fest definierte Phasen intensiver Arbeit (meistens 25 Minuten) die mit einer ebenfalls zeitlich klar definierten Pause (meistens 5 Minuten) alternieren. Dazu fasse ich wenn irgend möglich jede Mail und jedes Papier nur einmal an.

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?

Als Vater eines kleinen Sohnes ist Zeitmanagement im Privatleben eine Illusion. Ich überlasse es meistens ihm, den Tag einzuteilen und wenn ich am Wochenende oder abends wirklich noch arbeiten muss, hält meine wunderbare Frau mir den Rücken frei.

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