Meine Lieblingskampagne: Olympia-Kampagne von Gatorade

Neue Rubrik auf „Die Agenturblogger“: Alle reden von gelungenen Kampagnen aus dem Inland, unser Gründer und Vorstandsvorsitzender Stefan Dörrstein geht aber einen Schritt weiter und blickt über den Tellerrand. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Agenturmarkt bewertet er ab jetzt regelmäßig Kampagnen, die ihm rund um den Globus aufgefallen sind.

Photo: Stefan Doerrstein

Stefan Dörrstein, Gründer und Vorstandsvorsitzender der J+D Software AG

Am Freitag wurde DAS sportliche Großereignis des Jahres eröffnet: Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Nicht nur für mich als Sportbegeisterten ein Highlight, sondern natürlich auch für Marken. Kein Wunder also, dass man auch im Bereich der Werbekampagnen um Rio 2016 - auf den Hashtag verzichte ich hier an dieser Stelle vorsichtshalber ;) – derzeit nicht herumkommt. Ich habe mir einige der Olympia-Kampagnen angesehen und mein bisheriger Favorit steht fest: 

Gatorade: The Boy Who Learned to Fly

Das Video für den amerikanischen Getränkehersteller wurde von der Agentur TBWA/CHIAT/DAY in Los Angeles entwickelt und von den Moonbot Studios produziert. Erster Unterschied zu den meisten Kampagnen: Eigentlich ist der Spot ein animierter Kurzfilm – er ist satte sieben Minuten lang. Der Zuschauer trifft auf einen der wichtigsten Sporthelden der letzten Jahre: Usain Bolt. Und wer könnte als besseres Testimonial für die Marke mit dem Blitz im Logo dienen, als der Mann mit dem Blitz im Namen?

„The Boy Who Learned to Fly“ erzählt die Geschichte des Ausnahmesportlers - wie wurde er zum schnellsten Mann der Welt? Zu Beginn des Spots läuft Bolt in seine Arena und hört die Stimme seiner Mutter – das wirft ihn und den Zuschauer direkt zurück in seine Kindheit auf Jamaica. Klein-Usain sprintet zur Schule, vergisst dabei sein Pausenbrot. In der Pause bietet ein Lehrer dem kleinen Läufer sein Mittagessen an – wenn dieser ein größeres Kind im Wettlauf schlägt. Kein Problem für Bolt – und der Beginn seiner Karriere. Der Spot zeigt weitere wichtige Stationen des Ausnahmeläufers, seine Selbstzweifel und die Unterstützung seiner Mutter – bis zum heutigen Tag.

Was an der Kampagne so gelungen ist? Sie wirkt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Die Animationen sind liebevoll gestaltet und natürlich steckt – ein Muss für jeden amerikanischen Spot – jede Menge Nostalgie und eine Prise Motivation für Jedermann im Video. Ganz im Trend des Storytelling hält sich die Marke Gatorade deutlich im Hintergrund. Bis auf kurze, geschickte Einblendungen des Logos auf Werbetafeln im Stadion und das Logo zum Finale, ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, wer hier wirbt. Und doch: Eine lustige, schön animierte und gut durchdachte Kampagne. Zu Recht mit schon über sechs Millionen Klicks auf YouTube.

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