Reden wir über Erfolg: Arne Steckmann, Geschäftsführer der mlv Werbeagentur

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Arne Steckmann, Geschäftsführer der mlv Werbeagentur.

Arne Steckmann, Geschäftsführer der mlv Werbeagentur

Arne Steckmann, Geschäftsführer der mlv Werbeagentur

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

Dass er Erfolg hat, oder? Jeder Agenturmanager sollte als erstes das Wort Agentur streichen. Je mehr eine Agentur so wie jedes andere Unternehmen auch geführt wird, umso größer die Chance auf Erfolg. Dass Agenturen mehr Spaß machen können als etwa ein Schweinemastbetrieb kommt an anderer Stelle.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben? Wenn ja: Wer und wie?

Mein erster Creative Director, ein Meister der Haltung und ein Stilist vor dem Herrn. Mein Vorgänger, dessen Menschlichkeit ein Denkmal verdient hat. Meine Frau, die beste Beraterin, die ich kenne. Unser Creative Director, Kreativkopf und unermüdliche Zugmaschine in einem. Einer der beiden besten Brüder der Welt, die in allem was sie tun, besser sind als ich. Naja, in fast allem. Gehört Motörhead zu unserer Branche? Dann: Lemmy. Unbedingter Wille, gnadenlose Romantik, konsequent bis zum Ende. Es muss, irgendwie, weiter gehen und Spaß machen. Vorbild für uns alle. Danke.

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften sind Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren beruflichen Erfolg?

Mein Glaube an den ethischen Imperativ – stets so zu handeln, dass die Auswahl der Möglichkeiten größer wird. Gelingt mir selten. Deshalb ist Humor die zweite wichtige Eigenschaft. Es soll doch Spaß machen, oder?

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Fürchte: aus keinem so richtig. Aber ganz sicher aus Konflikten, die ich vielleicht hätte vermeiden können wenn ich früher gesagt hätte, was ich möchte. Bei sich bleiben, ganz wichtig. Ach ja, und in der Mäusegruppe war ich der erste, der einen Schleifenknoten binden konnte. Die Kindergärtnerin, in die ich damals verknallt war, habe ich trotzdem nicht rumbekommen. Großes Drama. Erster allein reicht halt nicht.

5.) Wie stecken Sie Rückschlage eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen was falsch gelaufen ist?

Im Vergessen bin ich besonders schlecht. Leider. Deshalb: beides. Erst einmal schnell weiter machen, dann lange knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist. Die Reihenfolge variiert je nach Härte des Rückschlags.

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Angeblich wohnt ja jedem Anfang ein Zauber inne. Mir helfen eine brühdruckoptimierte Bezzera Mitica Top, eine Mazzer Mini und ein guter Espresso. Möchten Sie einen?

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Privat: Stralsund, Barcelona, Norwegen, Amrum, Porto, Lissabon, Sevilla, Conil de la Frontera. Außerdem 15 große Burpees und Luft für noch einen. Beruflich: mindestens noch ein neuer Kunde. Und eine fröhliche Weihnachtsfeier. Gerade geplant.

8.) Wie motivieren Sie sich, um Ihre Ziele zu erreichen?

Ich muss mich nicht motivieren. Ich habe nur diese eine Chance. Außerdem wüsste ich nicht, was ich anderes machen sollte.

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Am besten situativ. Und zusammen mit meinen Partnern, auf die ich mich verlassen kann.

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Das müssen andere machen. Aber ich weiß von Meetings, Abstimmungsgesprächen und den richtigen Fragen an die Richtige: unsere Controllerin. Old School. Moment mal – Sie wollen mir jetzt bestimmt die passende Lösung verkaufen, oder?

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

Ich sehe mich mehr als chaotischen Organisator und peniblen Chaot, ganz klar. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen – fragen Sie meinen Coach nach dem Ergebnis meines Riemann-Tests. Oder meine Frau. Auf gar keinen Fall dürfen Sie meine Kolleginnen und Kollegen fragen. Und schauen Sie besser nicht in meine Küche.

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben übernommen haben?

Lese gerade noch einmal meine Antwort auf Ihre vorangegangene Frage. Nein, das sollte ich besser nicht tun, oder?

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