Reden wir über Erfolg: Aline Werr, KOMMA Consulting GmbH

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Aline Werr, Geschäftsführerin der KOMMA Consulting GmbH

Aline Werr, KOMMA Consulting GmbH

Aline Werr, Geschäftsführerin der KOMMA Consulting GmbH

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

Er muss eine ganze Reihe an Qualitäten mitbringen: eine klare Vision hinsichtlich der Ausrichtung der Agentur, Klarheit in seinen Entscheidungen, ein gutes Gespür für die Entwicklung des Teams und die Vernetzung von verschiedenen Experten, Persönlichkeit. Zudem eine hohe Flexibilität im Denken und Handeln und die Fähigkeit andere – Mitarbeiter wie Kunden – für (seine) Ideen und Überzeugungen zu gewinnen.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben. Wenn ja: Wer und wie?

Das lässt sich nicht auf einen ‚Kopf‘ reduzieren. Für mich sind Menschen faszinierend, denen es gelingt, die Essenz einer Sache oder einer Situation herauszuarbeiten – erst dann kann man damit arbeiten / spielen. Zum Beispiel eine kreative Übersetzung entwickeln in Form einer Kampagne… Das gibt es in der bildenden Kunst, in der Musik und natürlich in der Wissenschaft.

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?

Gegebenheiten und Situationen sehr schnell zu verstehen, strukturieren und auf den Punkt bringen zu können. Das ist in unserer Branche – die alles andere als ein ‚exakte Wissenschaft‘ ist, von großer Bedeutung. Klarheit zu schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten ist die Grundlage unserer Arbeit. Und für Kunden ist das Schaffen von Struktur und Transparenz in der Kommunikation von großer Bedeutung.

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Der größte Fehler ist, den Kunden nicht da abzuholen, wo er ist. Wie ‚richtig‘ eine vorgeschlagene Lösung auch sein mag, wenn man es nicht schafft, den Auftraggeber mit auf die Reise zu nehmen, wird er die Lösung nicht kaufen. Das ist uns immer wieder mal passiert und wir versuchen sehr stark auf unseren Kunden und dessen ‚State of mind‘ einzugehen.

5.) Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?

Meistens ist sehr schnell klar, was anders hätte laufen sollen. Es ist wichtig, das einmal konkret zu formulieren und mit dem Team zu besprechen. Danach: Blick nach vorne. Nach dem Pitch ist vor dem Pitch!

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Die immer neuen Aufgaben. jeder Kunde ist anders, jede Aufgabe ist neu – auch wenn man nach so vielen Jahren aus viel Erfahrung schöpfen kann. Maßgeschneiderte Lösungen müssen immer neu gedacht werden und das macht immer wieder Spaß. Wir haben glücklicherweise kaum Routinetätigkeiten, wie die 1000ste Broschüre im DIN lang-Format…

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Mein Fokus liegt auf der strategisch-konzeptionellen Entwicklung von Kommunikationslösungen. In dieser Funktion berate ich Kunden, halte Workshops und erarbeite Ansätze mit unserem Team. Das möchte ich weiter ausbauen und durch diese starke Konzentration dauerhaft meine Zeit in der Agentur reduzieren, womit berufliches und privates Ziel eng verzahnt sind.

8.) Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?

Es ist nicht weiter schwer, sich dafür zu motivieren. Es sind doch schöne Ziele!

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Interne Briefings haben bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Sie werden intensiv aus dem Input des Kunden erarbeitet und enthalten neben den üblichen Bestandteilen auch eine übergeordnete Zielsetzung, die Kerninhalte (Botschaften) sowie die grundsätzliche Herangehensweise. Damit ist das gesamte Team auf einer Linie. Dazu gibt es – je nach Umfang des Projektes – die üblichen Zwischenmeetings, Schulterblicke etc.

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Grundsätzlich ist das Projektmanagement bei uns verantwortlich für das Controlling auf den einzelnen Projekten. Dazu arbeiten wir mit einer Agentursoftware zur Kalkulation und Stundenerfassung. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Meetings und Abstimmungen.

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

Grundsätzlich brauche ich die große Linie im Überblick, dann kann ich flexibel und spontan reagieren – anders geht es in unserer Branche auch gar nicht…

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?

Eigentlich nicht. Grundsätzlich arbeite ich gerne an mehreren Projekten gleichzeitig. Das hat den Hintergrund, dass ich oft sehr intensive, komplizierte Aufgaben habe. Da tut es gut, sich zwischendurch auf etwas völlig anderes zu konzentrieren und dann wieder ‚neu‘ rangehen zu können. Und: Vorrang hat immer, was brennt… da hilft das beste Zeitmanagement nichts!

Kommentare

korselt 27.04.2016 um 10:43 Uhr

Einfach toll gesagt!h

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