Reden wir über Erfolg: Dr. Andrea Vossen, Geschäftsführende Gesellschafterin und CCO der Roth & Lorenz GmbH

In unserer Rubrik „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Dr. Andrea Vossen, Geschäftsführende Gesellschafterin und Chief Creative Officer (CCO) der Roth & Lorenz GmbH, Agentur für Erlebniskommunikation.

Dr. Andrea Vossen, Geschäftsführende Gesellschafterin und CCO der Roth & Lorenz GmbH

Dr. Andrea Vossen, Geschäftsführende Gesellschafterin und CCO der Roth & Lorenz GmbH

1. Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

Ein erfolgreicher Agenturmanager sollte visionär, neugierig, empathisch und vor allem gedanklich flexibel sein. Wichtig ist auch das Gespür für den richtigen Moment. Kommt der Mut hinzu, immer wieder etwas Neues zu wagen, steht dem Erfolg eigentlich nichts im Weg.

2. Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben? Wenn ja: Wer und wie?

Bernd M. Michael, ehemaliger CEO bei Grey – meiner ersten beruflichen Station. Von ihm lernte ich, wie wichtig der Blick auf die Marke ist. Wie sehr man sich als Agentur als Anwalt der Marke sehen muss und verpflichtet ist, einerseits sorgsam und wertschätzend, aber auch zielstrebig mit diesem wertvollen „Gut“ umzugehen.

3. Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?

Stark geprägt hat mich meine Zeit als Hochleistungssportlerin. Durch das intensive Training lernte ich meine eigenen Kräfte besser kennen, mir und anderen zu vertrauen, Stärken zielgerichtet einzusetzen und mentale Grenzen zu überwinden. Eigenschaften, die ich auch im Berufsalltag nutze. Kurz gesagt: Ich bin zielstrebig, begeisterungsfähig, energiegeladen, widerstandsfähig und ein sehr lebendiger Mensch.

4. Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Ich nehme mein Leben und meinen Job sportlich, messe mich gern und suche aktiv die Herausforderung. Auch mal hinzufallen gehört dazu. Wichtig ist daraus zu lernen, aufzustehen und weiter zu gehen.

5. Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?

Projekte laufen nicht immer perfekt und Pannen sind unvermeidbar. Essenziell ist, sie offen anzusprechen, Fehler ehrlich zuzugeben und vor allem Ruhe zu bewahren. Auch wenn nicht alle Kritikpunkte korrekt sind, ist Rechtfertigung in akuten Fällen indiskutabel. Man muss einen guten Mittelweg finden zwischen „Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht’s“ und Reflexion. Zu lange und zu viel Kopfkino bringen einen nicht weiter.

6. Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Eine gute Balance zwischen Belastung und Entlastung.

7. Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Für die Agentur das Thema „Kreative Exzellenz“ weiter voranzutreiben und beim nächsten Tauchurlaub endlich einen Walhai zu sehen.

8. Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?

Ich weiß aus Erfahrung, dass es einen besonders stolz macht, persönliche Ziele zu erreichen. Leistung zu bringen, bedeutet Siege zu erzielen. Das macht verdammt viel Spaß und ist für mich eine hervorragende Motivation im Privatleben wie im Job.

9. Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut. Ehrliche Kommunikation, eine Kultur des Vertrauens, Offenheit und Transparenz sind uns wichtig. Gelingt es mir Freude am Job vorzuleben, ist es leicht andere Menschen für eine Sache zu gewinnen und zu motivieren. Die Kunst ist, die Balance zu finden zwischen Anleiten, klaren Entscheidungen und dem nötigen Freiraum.

10. Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Über unsere eigens entwickelte Agentursoftware haben wir ein umfassendes Controllingtool an der Hand. Damit steuern wir die Projekte gemeinsam mit den Projektverantwortlichen, die stets die volle Transparenz über ihre und die Projekte aller Teamkollegen haben. Das klingt vielleicht etwas unromantisch. Aber es ist uns wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter zur Eigenverantwortung und einem gewissen Entrepreuneurspirit empowern. So gewinnen letztendlich wir alle.

11. Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

Das fragen Sie ausgerechnet die Kreativchefin einer Agentur. Ich bin weder das eine noch das andere, sondern eher ein „Zwitter-Typ“. Wenn Sie es genau wissen wollen, lebe ich frei nach dem Motto „Ordnung ist das halbe Leben, der Rest ist Kreativität“.

12. Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?

Gute Frage. Ich fahre im Privatleben ganz gut damit, Entscheidungen zwischen dringlich und wichtig zu treffen und dementsprechend zu agieren.

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