Reden wir über Erfolg: Jörg Fieback, Geschäftsführer der Werbeagentur zebra

In unserer Rubrik  „Reden wir über Erfolg“ interviewen wir regelmäßig Agenturchefs zu den Ups and Downs im Agenturbusiness. Heute: Jörg Fieback, Geschäftsführer der Werbeagentur zebra.

Jörg G. Fieback

Jörg G. Fieback, Geschäftsführer der Werbeagentur zebra

1.) Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Agenturmanager aus?

Agenturmanager haben von allem etwas. Sie müssen Teamplayer sein, aber auch Einzelkämpfer. Sie müssen kreativ sein, aber auch systematisch an Dinge herangehen können. Sie müssen eben Multitalente sein. Vielleicht auch eine gewisse Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Mentalität haben. Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Und noch schwieriger ist, ein guter Agenturmanager zu sein.

2.) Gibt es in der Branche Menschen, die Sie persönlich stark geprägt bzw. inspiriert haben. Wenn ja: Wer und wie?

Über ein Buch von David Ogilvy hatte ich Ende der 80er erstmals Kontakt zum Thema Werbung. Er hat in mir das Feuer entfacht, Marken durch kreative Kommunikation zu stärken. Als junger Inhaber einer Werbeagentur haben mich dann in den 90er Jahren die Arbeiten von Jean Remy von Matt und Sebastian Turner fasziniert. Auch ihre Sicht der Dinge war für mich immer prägend. Die letzte große Persönlichkeit, die mich beruflich inspiriert hat, war Steve Jobs.  Seine Biografie von Walter Isaacson sollte jeder Agenturmanager mit Kreativ-Verantwortung gelesen haben.

3.) Welche Ihrer Charaktereigenschaften ist Ihrer Meinung nach besonders ausschlaggebend für Ihren eigenen beruflichen Erfolg?

Ja, ich bin ein Macher. Vieles gehe ich mit einer gewissen Unerschrockenheit an.

4.) Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?

Vor vielen Jahren hatten wir einmal für eine nationale Biermarke eine einzigartige Idee, die wir fast schon im Ziel wähnten. Nach einem Pitch standen wir für den Vorstand als einzige Sieger fest. Die Kampagne sollte schnell aufs Gleis gebracht werden. Zur damaligen Zeit ein richtig großer Wurf für uns. Es ging nur noch darum, die Idee dem Marketingdirektor und einigen anderen Entscheidern in der fernen Konzernzentrale zu präsentieren. Es schien ein Kinderspiel. Doch dann kam alles anders. Der Vorstand war plötzlich weg und die Konzernlenker meinten mit sonorer Stimme: „Das müssen wir aber in den Test geben. Und weil wir immer zwei Kampagnen testen, muss nochmal eine zweite Idee her.” Diese zweite Idee durfte die bereits unterlegene Konzernagentur entwickeln. Also eine zweite Chance. Viel Zeit ging ins Land. Dann gab es den Test. Und irgendwann den Anruf aus der Zentrale. Unsere Idee war im Test der anderen Idee der Konzernagentur knapp unterlegen. Schade. Fast ein ganzes Jahr war dabei ins Land gegangen. Was ich daraus gelernt habe? Dass Erfolg und Mißerfolg in der Werbung immer sehr nah beieinander liegen. Und dass man vieles am Ende doch nicht selbst in der Hand hat.

5.) Wie stecken Sie Rückschläge eher weg: schnell vergessen und dann weiter, oder lange dran knabbern und überlegen, was falsch gelaufen ist?

Rückschläge möchte man schnell vergessen. Aber es führt kein Weg daran vorbei, kritisch zu reflektieren, was man hätte besser machen können. Nur so wird ja aus einem Rückschlag ein Schritt nach vorn. Also: Besser nochmal genauer hinschauen.

6.) Was gibt Ihnen die Energie, jeden Tag im Job neu durchstarten zu können?

Indem ich die Batterien wieder auflade. Am besten geht das mit meiner Familie. Ich erfreue mich an meinen beiden Jungs und an unserem Hund, einen Parsson-Russel. Das sind dann ganz alltägliche Dinge. Außerdem lasse ich mich gern von Literatur, Kunst und Film inspirieren. Das Gehirn lüfte ich gern beim Joggen in der Natur. Zurzeit kommen dabei mehr als 100 km pro Monat zusammen.

7.) Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen – beruflich wie privat?

Beruflich: Wir werden die zebra group noch besser machen. Und privat? Ich möchte mehr gute Zeit mit meiner Familie verbringen.

8.) Wie motivieren Sie sich, Ihre Ziele zu erreichen?

Ich schaue zu denen auf, die ich bewundere. Aber ich schaue auch hin und wieder mal zurück und denke: Nicht schlecht!

9.) Erfolg in der Kommunikationsbranche – das ist in der Praxis auch immer Teamwork: Wie steuern Sie Ihre Agentur?

Unser Geschäft hängt so sehr von unseren Leuten ab. Deshalb liegt der Fokus auf der eigenen Mannschaft. Wir haben einen kompetenten Führungskreis aus langjährigen Mitarbeitern, die gemeinsam mit uns die Agentur immer besser machen. Wir wollen keine Ego-Trips. Die Mannschaft steht im Mittelpunkt. Mehr denn je.

10.) Überstunden, Pitches, Homeoffice-Arbeiter: Der Agenturalltag ist häufig durch eben so viel Kreativität wie Flexibilität geprägt. Wie behalten Sie den Überblick auf welchem Kundenprojekt was mit wie viel Aufwand und welchem Profit gemacht wird?

Ich habe sehr gute Projektmanager, die das im Blick behalten. Außerdem nimmt mein kaufmännischer Geschäftsführer seinen Controlling-Job sehr ernst.

11.) Welcher Zeitmanagement-Typ sind Sie: eher Chaot oder penibler Organisator?

In dieser Sache bin ein Dr. Jekyll und Mr. Hyde. In mir steckt der Chaot ebenso wie der penible Organisator. Ich muss nur drauf achten, dass ich zur richtigen Zeit mit der richtigen Eigenschaft am Start bin. Dann ist alles gut.

12.) Gibt es Zeitmanagement-Methoden, die Sie aus dem Job ins Privatleben mitgenommen haben?

Vielleicht müsste man das meine Frau fragen. Ich hoffe nicht.

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