Basel II und Agenturcontrolling

Durch Basel II stehen vor allem mittelständige Unternehmen und natürlich auch Agenturen durch die Regelung der Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten unverändert vor großen Hindernissen.

Die Eigenkapitalrichtlinien haben eine differenzierte, vorsichtigere Kreditrisikoabschätzung als bisher zum Ziel. Kredite werden entsprechend der Bonität der Kunden unterschiedlich mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Bonitätsschwache oder kleinere Agenturen sind somit gegenüber bonitätsstarken Unternehmen die schlechteren Kreditkunden.

Oft haben Agenturen wirtschaftliche Probleme – ohne es wirklich zu wissen. Dabei könnte es diesen Agenturen besser gehen, wenn Sie besser informiert wären und frühzeitig gegensteuern würden. Bilanzen oder Gewinn- und Verlustrechnungen sind oft die einzigen Informationsquellen, die zeitversetzt über den Steuerberater geliefert werden.

Dieses Spannungsfeld von schwieriger Kreditvergabe und rudimentären „Controlling“ führt  in manchen Fällen dazu, dass Geldinstitute über die Kontoführung darauf aufmerksam werden, das eine Schieflage vorliegt und rasche Aktionen verlangen. Ist dieser Punkt erreicht, ist es oft zu spät.

Doch soweit muss es nicht kommen, wenn ein gutes Agentur-Controlling implementiert ist. Denn nur über ein entsprechendes Management-Informations-System erfährt der Agentur-Manager, wie die Agentur oder der Kunde aktuell steht, ob und welche Abweichung es vom Soll gibt und welche Erlöse und Aufträge in der Pipeline stehen.

Natürlich ist das Controlling über den Steuerberater viel einfacher, da dieses scheinbar übersichtlich und schnell zu verstehen ist. Ein gutes Agenturcontrolling muss man mit Bedacht aufbauen und  muss auch entsprechend von den relevanten Personen verstanden werden.

Aus diesem Grund scheuen sich viele Agenturen, einen Schritt weiterzugehen. Doch  was oft bei den Zahlen des Steuerberaters vergessen wird: Diese Zahlen geben oft nicht das richtige Bild wieder, da noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen, halbfertige Leistungen und abzugrenzende Kosten fehlen. Wenn diese Werte bekannt wären, würden die Zahlen oft anders aussehen.

Aber was hat das alles  mit den Kreditvergaberichtlinien nach Basel II zu tun?

Banken sind dazu verpflichtet die Bonität der Kreditnehmer genauestens  im Rahmen eines Ratings zu prüfen. Dazu werden neben den „klassischen“ Faktoren wie Jahresabschlüsse und Sicherheiten auch weiche Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel Strategie und Kundenbeziehungen und -bewertungen. Dieses Ratingverfahren ist mit der Kreditvergabe keinesfalls abgeschlossen, sondern wird oft jährlich wiederholt.

Ohne ein gutes Agentur-Controlling können die notwendigen zusätzlichen Informationen über  Kunden, deren Umsätze und Deckungsbeiträge sowie eine Kosten- und Planungsrechnung nicht geliefert werden.

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